Schadensberechnung

Schadensberechnung

Verweis auf technisch gleichwertige Reparaturmöglichkeit in „freier“ Fachwerkstatt

BGB §§ 249 II 1, 254 II

  1. Der Schädiger kann den Geschädigten gem. § 254 II BGB
auf eine günstigere Reparaturmöglichkeit in einer mühe-
los und ohne Weiteres zugänglichen „freien“ Fachwerk-
statt verweisen, wenn er darlegt und beweist, dass eine
Reparatur in dieser Werkstatt vom Qualitätsstandard her
der Reparatur in einer markengebundenen Werkstatt
entspricht und wenn er gegebenenfalls vom Geschädigten aufgezeigte Umstände widerlegt, die diesem eine Re-
paratur außerhalb einer markengebundenen Werkstatt
unzumutbar machen würden (Senat, NJW 2015, 2110 =
VersR2015,861Rn.9f.;NJW2014,3236Rn.8; NJW 2014 535 = VersR 2014, 214 Rn. 9; NJW 2013, 2817 Rn. 8; NJW 2010, 2941 = DAR 2010, 577 Rn. 6f.; NJW 2010, 2727 Rn. 6f.).
  2. Bei Fahrzeugen, die älter sind als drei Jahre, kann der Verweis auf eine technisch gleichwertige Reparaturmöglichkeit In einer „freien“ Fachwerkstatt insbesondere dann unzumutbar sein, wenn der Geschädigte konkret darlegt, dass er sein Fahrzeug bisher stets in einer markengebundenen Fachwerkstatt hat warten und reparieren lassen und dies vom Schädiger nicht widerlegt wird (Senat, NJW 2015, 2110 = VersR 2015, 861 Rn. 10; NJW 2010, 2941 = DAR 2010, 577 Rn. 8; NJW 2010, 2727 Rn. 7 und NJW 2010, 2725 Rn. 10).
  3. Ist ein über neun Jahre altes und bei dem Unfall verhältnismäßig leicht beschädigtes Fahrzeug zwar stets in einer markengebundenen Fachwerkstatt repariert, dort aber in den letzten Jahren vor dem Unfall nicht mehr gewartet worden, ist der Verweis auf eine „freie“ Fachwerkstatt nicht unzumutbar.

BGH, Urteil vom 07.02.2017 (VI ZR 182/16) NJW 2017, 2182

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Martin Sommerfeld administrator