Verdienstausfallschaden

Verdienstausfallschaden

Verdienstausfallschaden eines selbstständigen Zahnarztes mit Handgelenksverletzung nach Verkehrsunfall

BGB §§ 842, 249, 252, 253; ZPO § 287

  1. Zu den im Rahmen der Bemessung des Erwerbsschadens an die Darlegung der hypothetischen Entwicklung des Geschäftsbetriebs eines Selbstständigen (hier: Zahnarztpraxis) zu stellenden Anforderungen.
  2. Bei selbstständig Tätigen bedarf es zur Beantwortung der Frage, ob diese einen Verdienstausfallschaden erlitten haben, der Prüfung, wie sich das von ihnen betriebene Unternehmen ohne den Unfall voraussichtlich entwickelt hätte. Für die Grundlagen der Prognose des erzielbaren Gewinns ist nicht auf den Zeitpunkt des Schadensereignisses, sondern auf den Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung abzustellen.
  3. An die schwierige Darlegung der hypothetischen Entwicklung des Geschäftsbetriebs eines Selbstständigen dürfen keine zu strengen Maßstäbe angelegt werden. Die Klage darf nicht wegen lückenhaften Vortrags zur Schadensentstehung und Schadenshöhe abgewiesen werden, solange greifbare Anhaltspunkte für eine Schadensschätzung vorhanden sind.

BGH, Urteil vom 19.9.2017 (VI ZR 530/16) NJW 2018, 864

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Martin Sommerfeld administrator